Der
Wunsch nach Heilung und die Gefahr der Vereinnahmung –
Selbsthilfe
zwischen Selbstbestimmung und Abhängigkeit von sektiererischen Gruppen
Vortrag zum Fibromyalgie - Informationstag am 23. September 2006 in
Melle
Sehr geehrte Damen und Herren,
zunächst einmal möchte ich ihnen zu ihrem Jubiläum
gratulieren. Fünf Jahre Selbsthilfe und Unterstützung. Eine Gruppe, die sich
selbst helfen, die andere unterstützen will, das ist ein Grund zum Feiern und
sicher auch zum Voraus- und Zurückschauen. Es
geht an so einem Tag um Orientierung, um Unterscheidung, um Wegmarken. Und
ich denke, in gewissem Sinn haben Sie mich ja auch aus genau diesem Grund
eingeladen: Um einige „Duftmarken“ zu setzen in Bezug auf das unübersichtliche
Feld des Glaubens- und Heilungsmarktes.
Frau Augstein hatte mich gebeten, weil immer wieder
Gruppierungen und Menschen versuchen, Selbsthilfe zu vereinnahmen. So gibt es
wiederholt unseriöse Angebote, die versprechen, dass man mit Sicherheit heil,
gesund und schmerzfrei werden kann, dass man mit der Therapie X. oder der
Meditationstechnik Y. garantiert Erfolg haben wird. Alle diese Angebote aber haben eines gemeinsam: Sie können eine
wirkliche Heilung nicht garantieren.
Es gibt also Gruppen und Personen, die den Wunsch
nach Heilung ausnutzen, die ihn unseriös bedienen. Die Motive sind dabei
unterschiedlicher Natur: Der missionarische und gleichzeitig überdrehte Wunsch,
andere mögen ihre Denk- und Glaubensweise übernehmen ist hier genauso zu finden,
wie der Wunsch, mit Angeboten Geld verdienen zu wollen.
Im Internet habe ich beispielsweise zwei
Abhandlungen gefunden, die vor „Abzockerei“ bei Noni-Saft und Aloe Vera warnen.
Der überhöhte Preis von 50,-€ pro Liter für den tahitianischen Noni-Saft, kommt
zustande, weil die Hoffnung auf Linderung bzw. Heilung mit ihm verbunden ist.
Dagegen kann man in einem Artikel lesen: „Noni ist
lediglich als normales Lebensmittel zugelassen und hat keinerlei krankheitsbekämpfende
Wirkung.“ Es scheint also etwas zu geben, einen Mehrwert in diesem Produkt, der
Menschen dazu treibt, diesen Preis zu zahlen, so wie sie beispielsweise auch
bereit sind, für bestimmte Sammelleidenschaften mehr zu zahlen, als den
Materialwert. Was in diesem Fall
mitgezahlt wird, ist die Hoffnung auf Heilung: Die gegen alle Vernunft und
gegen allen gesunden Menschenverstand gebürstete Hoffnung, dass nun gerade
dieser Saft gesund macht.
An diesem Punkt existiert ein großes
Einfallstor für Abzocker, falsche Propheten und Weltverbesserer und es ist
letztlich auch einer der Gründe dafür, warum Selbsthilfegruppen hier so
anfällig sind: Es geht um die Hoffnung auf Heilung.
Nun muss man sich das Ganze nicht so vorstellen,
als wenn wir in Deutschland hunderte straff organisierter Gruppen hätten, die
eine feindliche Übernahme dieses Heilungs-Marktes planten.
Vielmehr gibt es einige bekannte Gruppen und
darüber hinaus existieren „mainstreams“, die sich im Denken vieler Anbieter
wieder finden. Dabei vermischen sich immer mehr religiöse, weltanschauliche und
kommerzielle Interessen und Denkweisen. Und die kleinen Anbieter werden immer
mehr. In dem Maße, wie sich Religion verflüssigt und sich Medizin auch als Alternativmedizin
definieren kann, wächst auch die Zahl der Erfinder und Anbieter auf dem Heilungsmarkt.
Ich habe manchmal den Eindruck, wenn es um
Krankheit und Glauben geht, dann geben viele Menschen ihren gesunden
Menschenverstand an der Garderobe ab.
Und ich glaube, sie tun das, weil sie sich etwas
wünschen, von dem sie wissen, dass sie es wahrscheinlich nicht oder nur in
Teilen bekommen werden: Heilung.
Wenn es also um die Frage geht, wie ich mich am
besten vor Vereinnahmung schützen kann, dann würde ich sagen: Benutzen sie als erstes ihren gesunden Menschenverstand!
Ich habe oft Menschen in der Beratung, die mir
hinterher sagen: „Ja, eigentlich habe ich gespürt, gewusst, was sie mir jetzt gesagt
haben, aber ich habe gehofft, dass es trotzdem hilft.“
Wenn man krank ist, ist man anfällig und tut Dinge,
die man sonst vielleicht nicht täte. Das Beispiel Noni-Saft zeigt aber: Man
kann wissen, dass es nicht hilft. Eigentlich muss man nur die Mitteilung auf
den entsprechenden Web-Sites lesen.
Also tun Sie sich mit den 50,-€ lieber was Gutes.
Das trägt mehr zur Heilung bei.
Ein Beispiel für einen organisierten Versuch ist
das der Scientology-Organisation.
So berichtet beispielsweise Frau Wallrafen vom
Deutschen Allergie- und Asthma-Bund von Bestrebungen der
Scientology-Organisation, sich in Selbsthilfegruppen festzusetzen indem man,
ohne Ross und Reiter zu nennen, sie ehrenamtlich unterstützte oder auch die
Leitung übernahm. Sie spricht auch von Versuchen, an die vielseitig
verwendbaren Stammdaten von Patienten zu kommen, indem man versprach, eine
Mitgliederverwaltung und eine Spendendatei aufzubauen.
Ein Beispiel also, wie die Hoffnung, man wird
unterstützt, geschäftsmäßig ausgenutzt und zudem noch pseudoreligiös verwertet
werden kann.
Solche oder ähnliche Beispiele gibt es sicherlich
viele. Ich möchte an dieser Stelle allerdings um eine realistische Sicht der
Dinge werben. Diese Versuche haben nicht die Dimension eines groß angelegten Betruges
und sie eignen sich auch nicht für Verschwörungstheorien. Gleichwohl: Sie
passieren, aber eben in einem begrenzten Rahmen. Und sie sind immer schon passiert.
Was sich in den letzten 50 Jahren massiv
verändert hat ist die religiös-weltanschauliche Szene: Sie ist von einer
relativ geschlossenen Einheit mit den großen Kirchen und einigen Glaubensgemeinschaften
zu einem bunten Markt geworden, auf dem es neben der Seriosität derWeltreligionen auch viel „Selbstgestricktes“
gibt, bei dem man die Amateurhaftigkeit einige Meter gegen den Wind riechen
kann.
Einiges ist seriös, manchmal sind aber auch Dinge
im Spiel, die alles andere als gesund sind: Zum Beispiel Forderungen mit Blick
auf Finanzen, Unterordnung unter einen alles bestimmenden Führer oder die
Hoffnung auf eine andere Wirklichkeit. Extrembeispiele sind die Sonnentempler,
die 1994, die Davidianer von Waco, die 1993 und die japanische Aum-Sekte, die
1995 tödliche Szenarien produzierten.
Diese Fälle sind Ausnahmen. Und ich nenne sie
nicht, weil ich Angst schüren will, sondern, weil ich deutlich machen will, wie
weit Menschen sich verführen lassen können.
Das eigentliche Problem steckt für mich
mehr in dem alltäglichen Wahnsinn,
in den alltäglichen kleinen Verführungen.
Man kümmert sich um mich. Man ist um mich besorgt.
Man weiß, was gut für mich ist. Man sagt mir, mit wem ich reden muss. Man
regelt die Dinge für mich. Man hat mich fest in ein System integriert…. So oder
ähnlich laufen Prozesse ab, die in Zeiten der Verunsicherung, der Hoffnungslosigkeit
Personen mit unterschiedlichen Zielen zusammen bringen: Zum Beispiel eben
jemanden, der sich nichts sehnlicher wünscht als gesund zu werden und jemand,
der für sich Macht, Erfolg, Anerkennung sucht oder der ganz einfach nur die
Welt verbessern will.
Deshalb ein weiterer Punkt:
Schauen sie bei weltanschaulichen Angeboten
und besonders bei Heilungsangeboten, die weltanschaulich oder religiös geprägt sind immer danach, wie realistisch
sie sind.
Auch hier gilt, man riecht manchmal schon von
weitem, wie unseriös manche Dinge sind. Oder würden Sie beispielsweise davon
ausgehen, dass ein Informatiker und Freidenker mit einer angeblich aus Amerika
stammenden Methode namens Medizinrad wirklich eine persönliche Heilung und auch
noch die Heilung der Erde erreichen kann?
Was man vielleicht bekommt, ist Zuwendung und
Wärme. Die Methode selbst würde ich eher der Scharlatanerie zurechnen. Und eine
Ausbildung für ein medizinisches Problem ist das sicher auch nicht.
Mit den Veränderungen der letzten Jahr-zehnte im
medizinischen und im religiös-weltanschaulichen Bereich hat auch die Esoterik
Einzug gehalten. Neben den klassischen esoterisch geprägten Systemen wie der
Anthroposophie, dem Rosenkreuzertum oder der Theosophie finden wir heute einen
riesigen Markt der so genannten „Gebrauchsesoterik“.
Immer geht es um ein altes, verschüttetes Wissen, welches jetzt gehoben wurde, oft nur
wenigen vorbehalten, aber welches jetzt der Menschheit zu ihrem Fortschritt und
auch zu ihrer Heilung mitgeteilt wird. Gleichzeitig hat es einen Paradigmenwechsel
in der Wissenschaft gegeben, der zu einer neuen Weltsicht und zu einem neuen,
umfassenden, ganzheitlichen Denken geführt hat, welches jetzt die Welt retten
wird, wenn wir uns auf diese Erkenntnisse und Forderungen einlassen.
Letztlich kann ich mit meinem neuen Bewusstsein
Macht über Dinge bekommen: Über Körper, Krankheit und Gesundheit. Und ich kann
sie beeinflussen, so ähnlich, wie das beispielsweise bei den sicherlich
bekannten Voodoo-Kulten der Fall ist:
Wenn ich hier piekse, tut’s da hinten weh.
Diese im Kern magischen Vorstellungen finden wir in
letzter Zeit immer öfter in Angeboten auf dem weltanschaulichen Markt. Die
Dinge bekommen einen Automatismus und ich kann mich als Person aus diesem
Prozess verabschieden.
Besonders bei esoterischen Angeboten ist das so.
Übersetzt in die esoterische Sprache lautet das zum Beispiel: Es wirkt, man
kann es nicht erklären, aber es wirkt. Und falls es dann doch Erklärungen gibt,
handeln die in der Regel von versteckten Kraftorten und kosmischen sowie Körperenergien.
Ich will hier nicht pauschal gegen die Esoterik
wettern. Als katholischer Theologe lehne ich sie als weltanschauliches System
zwar ab, habe aber gleichwohl Respekt vor jedem, der sich nach eingehender
Prüfung dafür entscheidet.
Wenn ich den Kern meiner Kritik beschreiben
soll, würde ich sagen: Es ist ein Selbsterlösungssystem, in dem das Göttliche
in den Menschen hineinverlagert wird, in dem die Welt und der Himmel verschmelzen
und in dem die Materie zu Gunsten des Geistes aufgegeben wird bzw. untergeordnet
wird. Der Geist entzieht sich dem Körper. Ein schöner
Gedanke, aber so einfach ist es eben nicht.
Mit den klassischen esoterischen Systemen muss man
sich sicherlich ernsthaft auseinandersetzen. Sie haben eine gewisse Plausibilität.
Aber sie sind es auch nicht, die ihnen in
Selbsthilfegruppen oder in manchen Heilpraktikerpraxen entgegen kommen.
Was man
da geboten bekommt ist allenfalls ein Abklatsch, eine billige Kopie oder
Übersetzung von ehemals brillanten Gedanken.
Wenn Sie sich hier einen Überblick verschaffen
möchten, empfehle ich das Buch der Stiftung Warentest: „Die andere Medizin“. In diesem Buch, welches nicht nur esoterisch
geprägte Angebote prüft, finden sich eben auch diese Therapien wieder, die zwar
teuer sind, aber leider nichts taugen. Dass Menschen, die von solchen Ansätzen überzeugt
sind, Selbsthilfegruppen als wichtige Multiplikatoren ansehen, dürfte
einsichtig sein.
Mein Eindruck ist, dass gerade von diesen oft nicht
bis ins letzte reflektierten, oft „selbst gestrickten“ Therapieansätzen mit
manchmal charismatischen und engagierten Menschen die größten Probleme ausgehen.
Deshalb
ist es aus meiner Sicht wichtig, die Seriosität von Therapien und Behandlungsmethoden
zu prüfen, bevor man sich in
irgendwelche Kontakte oder Anwendungen stürzt.
Ich stelle Ihnen jetzt noch einen relativ weit
verbreiteten Klassiker in der Heilungsszene vor, bei dem die medizinische und
die religiöse Komponente eng miteinander verbunden sind: Es sind die
Bruno-Gröning-Freundeskreise.
Gröning war ein Heiler in dem 50er Jahren, der
angebliche Heilungserfolge vorweisen konnte. Nach seinem Tod 1959 entstanden
die so genannten Bruno-Gröning-Freundeskreise, die sich zur Aufgabe machten,
Grönings Botschaft weiter zu tragen und ihn zu einem zweiten Jesus hoch zu
stilisieren. Sie lautet etwas verkürzt: Es gibt kein unheilbar. Jeder wird sein
eigener Arzt.
Man verspricht zum Teil unrealistische Heilungen
und begründet sie pseudoreligiös. Mit der Methode Bruno Grönings zum Beispiel
lassen sich angeblich nicht nur die üblichen Krankheiten heilen, sondern auch Krebs,
Aids usw. Und man versucht auch noch vollmundig, das wissenschaftlich zu begründen.
Der von Gröning entdeckte Heilsstrom bringt hier
vollkommene Linderung und Heilung. Und das Schöne ist: Die Heilung ist planbar.
Sie ist kein Geschenk, sondern, wenn Sie nur genug glauben, wenn Sie sich genau
nach den Vorgaben richten, dann tritt Heilung automatisch ein.
Das Problem: Wenn die Heilung nicht
eintritt, liegt es an Ihnen, ist es selbst verschuldet. Sie haben dann nicht genug oder nicht richtig geglaubt.
Dass solche Versprechungen Eindruck machen, ist
ebenfalls nachvollziehbar.
Aber genau so ist die innere Verzweiflung zu
spüren, die Menschen ergreift, wenn diese Form des Heilungsversuchs fehlschlägt.
Oft finden sie sich dann bei uns in der Beratung wieder.
In wie weit diese Freundeskreise konkret bei
Selbsthilfegruppen Werbung machen, kann ich nicht sagen. Einen Hinweis darauf
habe ich nicht. Aber ich denke, dass sie hier ein mögliches Muster geliefert bekommen
haben, wie solche „Angriffe“ aussehen können.
Dann möchte ich Ihnen noch einen Kriterienkatalog
an die Hand geben, der von Michael Nüchtern, dem ehemaligen Leiter der
Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen stammt und den er in
seinem lesenswerten Buch „Medizin-Magie-Moral“
veröffentlicht hat.
Er nennt folgende Kriterien für die Überprüfung von
Therapien, von denen ich den Eindruck habe, dass man diese Kriterien genau so
auf die Wünsche und Anliegen legen kann, die Selbsthilfegruppen manchmal
angetragen werden.
Wenn Sie Therapie durch Gruppe und Therapeut durch
Leiter ersetzen, sind Sie mitten in Ihrer „Szene“.
Nüchtern schreibt:
1. Welches Menschenbild ist in der Therapie
erkennbar?
Aus christlicher Perspektive ist
entscheidend, wie in der Therapie die Leiblichkeit des Menschen gesehen wird.
Herrscht in der Therapie ein
Machbarkeitsglaube, der die Endlichkeit und Begrenztheit des Menschen
ausblendet?
Wird so getan, als könne
Lebenssinn gemacht und hergestellt werden, wo er doch vielmehr erfahren,
gefunden oder entdeckt wird?
Gibt es in der Therapie eine prinzipielle Abwertung
von Leiden, Schmerz und Behinderung als „böse“ oder „selbstverschuldet“, so
dass Erfahrungen von der Würde des Leidens ausgeschlossen werden?
Wird jedes mitmenschliche Moment therapeutisch
funktionalisiert oder lässt die Therapie Raum für menschliche Begleitung und
Nähe außerhalb therapeutischer Maßnahmen, für menschliche Zuwendung, die nicht
Therapie, sondern Solidarität ist?
2. Welche Auffassung vom Therapeuten ist
erkennbar?
Ist er Führer, Meister oder Medium von Kräften und
Energien – und muss er deswegen für die Folgen seines Handelns auch keine
Verantwortung übernehmen – Dipl. theol.oder fehlbarer und verantwortlicher
Mensch wie alle anderen?
3. Kann die therapeutische Methode durch
Misserfolge in Frage gestellt werden oder liegen die Misserfolge prinzipiell an
der Uneinsichtigkeit oder mangelnden Kooperation des Patienten?
Behauptet die Therapie, über Mittel gegen jedes
Leiden zu verfügen, forscht sie über Risiken, Nebenwirkungen und weiß sie
darum, dass manchmal Therapeuten mehr schaden als nutzen?
Es kann hilfreich sein, sich bei Beginn der
Therapie mit dem Therapeuten ein Therapieziel zu überlegen, bei dessen
Erreichen – bzw. Nichterreichen in einem bestimmten Zeitraum – man die Therapie
beendet bzw. abbricht.
4. Kann ich die Therapie anwenden, ohne mich
von der (z. B. magischen) Weltanschauung, die hinter der Therapie steht, im
Alltag beherrschen zu lassen?
Kann ich z. B. bei sog. Körpertherapien Übungen vom
Überbau trennen und etwa Tai-Chi als Form von Gymnastik betreiben?
5. Welche Bedürfnisse suche ich bei der
Therapie zu befriedigen, oder welche Bedürfnisse befriedigt die Therapie bei
mir?
Geht es um Gesundheit oder um etwas anderes, z.B.
menschliche Nähe und soziale Kontakte, Erlebnisse oder Sinnerfahrung? Ist die
Therapie der angemessene Ort für die Befriedigung der Bedürfnisse?
Mir scheint, dass Sie mit diesen Fragen ganz gut
gewappnet sind gegen so einiges Unseriöse oder vielleicht sogar Kriminelle.
Und mir scheint es wichtig zu sein, sich
vor Augen zu führen,
dass Heilung seine Grenzen hat.
Es gibt heute immer noch ein Unheilbar. Wer etwas
anderes behauptet, lügt. Therapie und Heilung haben ihre Grenzen. Wenn man sie
mit weltanschaulichen Themen vermischt, kann daraus ein gefährlicher Brei
werden.
Heilung
ist nicht machbar.
Wir sind als Menschen begrenzt. Aber wir sind mehr
als wir manchmal meinen zu sein. So erschließen sich immer wieder neue
Lebensperspektiven innerhalb unserer Begrenzungen, die uns erfüllen können.
Aber diese Perspektiven sind letztlich nicht käuflich oder herstellbar.
Das
Glück fällt zu.
Die religiöse Sprache sagt hierzu nicht „Zufall“,
sondern redet von „Gnade“ oder „Segen“.
Danke für Ihre Aufmerksamkeit!
Autor:
Dipl. theol. Ludger Plogmann
Beauftragter
für Sekten und
Weltanschauungen
im Bistum Osnabrück
Wir danken Herrn Plogmann für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung. DFS e.V.