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Studienversuche: Brief einer Pharmafirma an eine Patientin
Geschrieben am Freitag, 11. Dezember 2009 von DorisKrieger

Informationen
Zitat Beitrag "Brora"
" Einsatz von Vigil® (Modafinil) bei Patienten mit Fibromyalgie

Fibromyalgie ist eine Erkrankung, die durch ausgedehnten muskulo-skelettalen Schmerz, Steifheit, Parästhesien, nicht erholsamen Schlaf und Fatigue gekennzeichnet ist. Verschiedene Faktoren wie gestörter Schlaf, Serotoninmangel oder niedrige Werte für Somatomedin C werden ebenfalls mit der Pathogenese dieser Erkrankung in Verbindung gebracht. Viele Patienten zeigen zusätzlich psychiatrische Probleme wie Angst und Depression. Die pharmakologische Behandlung der Fibromyalgie zielt darauf ab, den Erholungswert des Schlafs zu verbessern, die Schmerzen zu reduzieren und die psychiatrischen Symptome zu therapieren.
Zur Behandlung der Fatigue bei Patienten mit Fibromyalgie mit Modafinil liegen bislang nur wenige klinische Daten vor:
In einer offenen klinischen Studie1 wurden fünfzehn Patienten mit Fibromyalgie (14w/1m) und damit verbundener Fatigue zwölf Wochen mit Modafinil behandelt. Das Ansprechen auf diese Therapie wurde dabei von den Patienten anhand einer Vier-Punkte-Skala von „kein Effekt“ bis „sehr effektiv“ bewertet. Vierzehn Patienten (93 %) gaben eine Verbesserung der Fatigue an („mittelgradig oder sehr effektiv“ n = 9, „ein bisschen effektiv“ n = 5). Sechs der fünfzehn Patienten berichteten auch über eine Verbesserung der Aufmerksamkeit. Es wurden keine Veränderungen der Schmerzwerte und keine erheblichen Veränderungen im Schlafmuster festgestellt. Zu den berichteten Nebenwirkungen gehörten Überspanntheit, Nervosität und die Schwierigkeit einzuschlafen, wenn Modafinil nach 14 Uhr eingenommen wurde. Diese Symptome konnten durch eine Dosisanpassung behoben werden.
Insgesamt 98 Fibromyalgie Patienten, deren Fatigue mit Modafinil behandelt wurde, wurden in eine retrospektive Auswertung2 eingeschlossen. Um Veränderungen der Fatigue zu erfassen, wurde eine analoge Bewertungsskala verwendet. Die Skala reichte von niedriger Fatigue („1“) bis zu sehr schwerer Fatigue („10“). Die Patienten erhielten eine mittlere Tagesdosis von 162 mg Modafinil und wurden im Durchschnitt über 2 Jahre behandelt. Das Ergebnis der retrospektiven Auswertung zeigte, dass Modafinil die Fatigue der Patienten signifikant von 7,2 ± 0,13 (schwere Fatigue) auf 4,4 ± 0,18 (niedrige bis moderate Fatigue) linderte. Im Mittel wurde die Fatigue um 28 % verringert. Nebenwirkungen wurden in dieser Auswertung nicht berichtet.
In dem Fallbericht3 wurden vier Patienten mit Fibromyalgie über drei Monate mit einer mittleren Dosis von 250 mg Modafinil pro Tag (150 – 300 mg/Tag) behandelt. Alle Patienten zeigten eine Verbesserung der Fatigue, des Schlafdrangs und der Aufmerksamkeit und veränderten die Bewertung Ihrer Beeinträchtigung von „moderat“ zu „minimal“ (gemessen anhand des Global Assessment of Functioning). In der ersten Woche berichtete einer der Patienten über Angstgefühle, die nach einer Dosisreduktion um 50 mg nicht mehr auftraten.
Zusammenfassend zeigen diese Daten, dass Modafinil bei der Behandlung von Fibromyalgie von Nutzen sein könnte. Es fehlen adäquate und gut kontrollierte Studien, um die Wirksamkeit, Verträglichkeit und Sicherheit von Modafinil bei diesen Patienten bewerten zu können.
Literatur:
(1) Pachas, WN; Modafinil for the treatment of fatigue of fibromyalgia, Clinical Rheumatology 9(4): 282-285, 2003
(2) Schwartz, TL et al.; Modafinil treatment for fatigue associated with fibromyalgia, J Clin Rheumatol 13(1): 52, 2007
(3) Schaller, JL und Behar, D; Modafinil in fibromyalgia treatment, J Neuropsychiatry Clin Neurosci 13(4): 530-531, 2001" Zitat Ende

ANMERKUNG DER REDAKTION!
Wir weisen an dieser Stelle ausdrücklich darauf hin, dass wir weder mit der Pharmafirma in Kontakt stehen, oder sonst irgend welche Verbingungen zu Herstellern von Medikamenten und medizinischen Präparaten haben. Der o.a. Brief wurde uns von unserem Forenmitglied "Brora" zur Verfügung gestellt.

Weder werten wir diesen Beitrag, noch beraten wir in Bezug auf medizinische Präparate und Wirkstoffe. Ebenso wünschen wir keine Diskussionen zu Präparaten und Wirkstoffen, da in der Regel die Hersteller und Pharmakonzerne ein Copyrihgt auf diese Informationen haben und eine medizinische Beratung den behandelnden Ärzten obliegt. Somit bitten wir an dieser Stelle, direkt bei der Autorin , die uns diesen Beitrag zur Verfügung gestellt hat nach zu fragen. Unsere Plattform soll Betroffenen eine Möglichkeit bieten, sich aus zu tauschen, dennoch müssen wir auf gewissen Grundregeln und Prinzipien der Selbsthilfe achten.

Daher ist es wichtig darauf hin zu weisen, dass Medikamente immer nur in Absprache mit Therapeuten und behandelnden Ärzten eingenommen werden sollten, denn Versuche auf eigene Faust können ungeahnte Nebenwirkungen hervorrufen die im schlimmsten Fall mit dem Tod enden können. "Kleinstudien" wie die vorgenannte können und dürfen nicht als Wertung genommen werden, da sie in der Regel direkt vom Hersteller in Auftrag gegeben bzw. selbst durch geführt werden. Eine gute Plattform für den Austausch von Informationen und Fragen zu Medikamenten bietet unter anderem die von Medizinern betreute Seite : http://www.sanego.de



Studienversuche: Brief einer Pharmafirma an eine Patientin

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